470 faksimilierte Farbseiten im Leineneinband

Preis: 699,- Euro

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Dem Faksimile vorangestellt ist ein Vorwort des Generaldirektors der Staatlichen Archive Bayerns, Herrn Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, und des Vorsitzenden des Kuratoriums Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch, Herrn Ernst-Ludwig Drayß, den beiden Herausgebern. Die wechselvolle Geschichte des Codex Laureshamensis beschreibt Ltd. Archivdirektor Albrecht Liess. Beigegeben ist ein Register der Ortschaften mit Lorscher Güterbesitz, das Karl J. Minst angefertigt hat.

Mit der Edition des Verlages Degener eröffnet der Neudruck der Handschrift dem Menschen von heute die faszinierende Welt des mächtigen Reichsklosters vor über 1000 Jahren.

Codex Laureshamensis
Das Urkundenbuch des ehemaligen Reichsklosters Lorsch

Der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegte, aus einer Chronik und einem Kopialbuch bestehende Lorscher Codex dokumentiert mit seinen fast 4000 Urkundeneinträgen von seinem Inhalt wie auch von seinem repräsentativen Äußeren her den einstigen Reichtum und Besitzstand der mächtigen Reichsabtei Lorsch, deren Grundbesitz vion den Niederlanden bis in das Gebiet der heutigen Schweiz hineinreicht.

Die Klosterchronik ist zwischen 1170 und 1175 entstanden. Der Chronist, dessen persönliche Erinnerungen bis in die Zeit des Abtes Diemo (+1139) zurückreichen, findet Gefallen an der machtvollen Position der Abtei in den lange zurückliegenden Blütezeiten des Klosters.

Anschließend entstand bis etwa 1195 ein umfanreiches Kopialbuch. Der späteste datierbare Nachtrag dieses Teils des Lorscher Codex ist um 1270 anzusetzen.

Für die historische Topographie und die Kirchengeschichte ist er ein unersetzbares Quellenwerk, vor allem deshalb, weil die in ihm eingetragenen Urkunden nur dort überliefert sind. Keine einzige der im Codex in kopialer Form enthaltenen Urkunden liegt uns im Original vor. Insbesondere für die historische Topographie, die Orts- und Heimatgeschichte stellt der Codex deshalb eine unschätzbare Fundgrube dar, weil in ihm die Namen von über tausend verschiedenen Ortschaften West- und Südwestdeutschlands und angrenzender Territorien überliefert sind, von denen die Mehrzahl hier ihre erste Erwähnung finden.

Die zweispaltig angelegte Handschrift ist überwiegend mit dunkler Tinte geschrieben. Reiche ornamentale Verzierungen, die meist mit roter Tinte ausgeführt wurden, leiten die jeweiligen Kapitel ein. An den Seitenrändern befinden sich im chronikalischen Teil zahlreiche der bekannten Königs-Monogramme, die aus den Originalurkunden übernommen wurden, darunter das bekannte Signet Karls des Großen.